Spiele gegen die TG Frankenthal sind immer, egal ob Feld oder Halle, durch hohe Intensität, auch schonmal heftiger Emotionalität und letztendlich knappen Ausgängen gekennzeichnet. So auch zum Auftakt des ersten Doppelwochenendes der Saison. Das Rezept des Gegners, mit einer ekligen Manndeckung unsere Jungs nicht ins Spiel kommen zu lassen, griff bestens. Das Ergebnis waren häufige, unnötige Ballverluste durch Passungenauigkeiten, die den Gegner zu Chancen verhalfen. Alles in allem mangelte es über weite Strecken an Ordnung im Spiel. Dennoch schaffte man in der Schlussminute des ersten Viertels per Kurze Ecke das 1:0 (Simon Busch Torio) – die erste richtige Gelegenheit bis dahin.
Doch schon im Gegenzug egalisierte die TG Frankenthal zum Ausgleich. Gleiches Bild im zweiten Viertel – man bekam nicht wirklich Zugriff und so war es nicht unverdient, dass man trotz einiger Eckenchancen erstmalig in Rückstand geriet. Die Halbzeitansprache und die vorgenommenen Anpassungen von Trainer Stefan Zeller zeigten dann im dritten Viertel erste Wirkung. Druckvoller und zielstrebiger bespielte man jetzt den Gegner und ließ sich auch von einem aberkannten Treffer nicht aus der Ruhe bringen. Und man belohnte sich: Frederick Lonnes stellte auf 2:2 und wiederum Simon Busch Torio führte mit seinem zweiten Treffer (KE), fünf Minuten vor Schluss, trotz einer vehementen Schlussdrangphase der TGF mit fünf abgewehrten Kurzen Ecken, das Team zum Arbeitssieg, der viel Kraft gekostet hat.
Tags darauf das Hessenderby gegen den SC Frankfurt 80, dem Absteiger aus der 1.Bundesliga und deshalb Aufstiegskandidat Nummer eins. Der möglicherweise qualitative Unterschied war anfangs allerdings nicht zu erkennen. Ganz im Gegenteil. Unsere Jungs legten fulminant los und überraschten den vermeintlichen Favoriten mit Powerhockey vom Feinsten. Große Willenskraft, hohe Zielstrebigkeit und gute Effektivität im Abschluss sorgten insbesondere im zweiten Viertel für eine 3:0 Führung (Simon Busch Torio, Moritz Simon, Joel Correia). Im Anschluss brauchte es eine lange Zeit, ehe sich der Favorit, auch dem kräfteraubenden Spiel in Frankenthal geschuldet, zurückarbeiten konnte und nicht unverdient sogar zehn Minuten vor Schluss erstmals in Führung bringen konnte. Doch ein Tor von Nico Rothengatter in der letzten Minute sicherte dem Team um den sehr zufriedenen Trainer Stefan Zeller den einen Punkt zum Remis, der leider im darauffolgenden Penaltyschießen nicht in einen zweiten umgewandelt werden konnte. Dennoch ein extrem erfolgreicher Start mit sieben Punkten aus drei Spielen in die neue Runde, der zeigt, wie das Team nicht nur wettbewerbsfähig ist, sondern auch in der Lage ist die Großen der Liga in Schwierigkeiten zu bringen.
Fotos: Quentin Appleby